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Biographie

Mehr als nur ein Springreiter

Auch wenn in allen Gazetten der Republik zu lesen steht, dass Ludger Beerbaum auf einem Esel das Reiten gelernt hat, wollen wir jetzt mit dem schönen Märchen aufräumen und der Wahrheit alle Ehre geben.

 

„Den Esel hat´s schon gegeben. Er stand für ein paar Wochen bei Graf Metternich in Adelebsen im Stall. Ich habe aber keine dreimal auf ihm gesessen“, sagt Ludger Beerbaum. Die Wahrheit über die reiterlichen Anfänge des erfolgreichsten aktiven Springreiters der Welt ist aber auch nicht schlecht: Vater Horst wollte seinen achtjährigen Sohn im örtlichen Reiterverein zum Unterricht anmelden. Doch der hatte Angst und wollte nicht. Dass er dennoch zur Reiterei gekommen ist, hat er einem Freund zu verdanken, der ihn einfach mit in den Stall genommen hat. Bald schon war das Talent erkannt. Ludger machte seinen Weg über eine Förderung, die für ihn genau richtig war: Mit der Stute Wetteifernde hatte er ein talentiertes Springpferd unterm Sattel, seine Stationen bei dem zu früh gestorbenen Hermann Schridde und später bei Paul Schockemöhle waren ausschlaggebend für eine beispiellose Karriere. Vier olympische Goldmedaillen hat er gewonnen - so viele Nationanpreise für Deutschland bestritten wie kein anderer. Bei Olympia gab es dramatische Momente. 1988 siegte er mit der Mannschaft auf einem geliehenen Pferd (The Freak), nachdem sich sein eigenes Pferd Landlord verletzt hatte. 1992 musste er am Samstag noch von einer in Panik umher galoppierenden Classic Touch abspringen, nachdem der Zügel gerissen war. Anderntags war er Einzel-Olympiasieger. 1996 gewann das deutsche Team die Mannschaftswertung souverän, Ludger hatte mit Ratina Z die besten Chancen, nochmals eine Einzelmedaille zu gewinnen. Doch vor dem Einzelfinale ging sie lahm! Aus der Traum, der 1997 dann doch noch mit dem Gewinn der Europameisterschaften in Mannheim ein Jahr später in Team- und Einzelwertung ein gutes Ende fand. 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney waren Ludger und Goldfever am Start – und mussten das Streichergebnis liefern. 2004 dann der Tiefpunkt für Ludger. Die Salbe Soderm mit 1 mg Bethametason, die gegen Goldfevers Mauke helfen sollte, katapultierte ihn aus der Olympiawertung. Es wäre eine weitere Mannschafts-Goldmedaille gewesen. Heutzutage ist die Salbe erlaubt. 2008 kam die deutsche Mannschaft ohne Blumentopf aus Hongkong zurück. Zu diesen Erfolgen gesellten sich 16 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften, davon acht goldene. Die letzte stammt aus dem Jahr 2015 und wurde mit dem Team bei der Heim-EM in Aachen erritten – im selben Jahr feierte er seinen 100. Start für eine deutsche Nationenpreis-Mannschaft.
Aufregend auch der Themenbereich Doping/ verbotene und erlaubte Medikation. Ludger äußerte sich wie immer, er sprach davon, dass das Regelwerk weltweit vereinheitlicht werden müsse. Auch sagte er, dass Dinge, die bisher erlaubt waren, inzwischen zu Recht verboten seien. Dazu steht er nach großer Kritik an seinen Aussagen, die ihm sogar als „Doping-Geständnis“ ausgelegt worden sind, noch immer. Im „International Jumping Rider Club“ kämpft er um die Rechte der Springreiter. Selbst siegen ist schön, was Ludger Beerbaum inzwischen auch gefällt, ist, seine Reiter zu trainieren. Seit 2015 hat er ein weiteres Betätigungsfeld gefunden. Gemeinsam mit Constantin Freiherr Heereman hat er ein großes Reitsportzentrum gebaut: Riesenbeck International. Dort werden Turniere ausgetragen, Lehrgänge und Seminare abgehalten. Ludger Beerbaum will sein Wissen weitergeben. Immer zum Wohle der Pferde! - das ist sein großes Anliegen. Aus diesem Grund entstand im Mai 2014 auch die Ludger Beerbaum Produkte GmbH, über die Kraftfutter und Nahrungergänzer für Pferde unter dem Markennamen „Ludgers“ verkauft werden. Ludger ist nicht glücklich, wenn sein Tag nicht komplett ausgefüllt ist. Er kümmert sich um Reiter und Pferde, handelt mit erfolgreichen Springpferden, hat eine große und erfolgreiche Hengststation, ist für die rechte seiner Kollegen unterwegs und immer begehrt bei den Medien. Gemeinsam mit dem schweizer Uhrenhersteller Longines und der Vorsitzenden von Beijing Dashing Equestrian Cultural CO Ltd., Jing Li, ist Ludger seit 2016 Initiator der Longines World Equestrian Academy. Die Akademie hat sich zum Ziel gesetzt, den Springsport in China durch Lehrgänge und professionelle Unterstützung zu fördern. Das angebotene Programm wurde von Ludger Beerbaum entwickelt, es wird von einem Team von professionellen Experten unter seiner Führung umgesetzt.Zum Glück hat der vielbeschäftigte Reiter seine Familie immer ganz nah bei sich. Hier tankt er auf bei seinem erwachsenen Sohn Alexander, seinen beiden Töchtern Cecilia und Mathilde und Stieftochter Vivien. Ehefrau Arundell, eine Britin, hat die Familien-Geschicke im Griff.

Bilder

Ludger Beerbaum

Madeleine Winter-Schulze

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